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Klientzentrierte
Gesprächspsychotherapie

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Sprecherin: Dr. rer. nat. Sabine Gollek


GESPRÄCHSPSYCHOTHERAPIE
Klientzentrierte Gesprächspsychotherapie im WWW


Die Gesprächspsychotherapie wurde in den 40er Jahren von dem amerikanischen Psychotherapeuten Carl R. Rogers (1902-1987) entwickelt. In den sechziger Jahren hat der Hamburger Psychologe Reinhard Tausch die Gesprächspsychotherapie in Deutschland eingeführt. Die Gesprächspsychotherapie (auch als Klientenzentrierte Psychotherapie bekannt) gehört neben der Verhaltenstherapie und den tiefenpsychologischen Psychotherapien zu den national und international anerkannten Therapieverfahren. Sie ist nach der Verhaltenstherapie die am besten wissenschaftlich erforschte Therapieform. An mehr als drei viertel der Psychologischen Institute der Universitäten in Deutschland wird eine auf Gesprächspsychotherapie bezogene Lehre angeboten. Bei der Gesprächpsychotherapie ist die therapeutische Beziehung von zentraler Bedeutung. Die Grundlage der Gesprächspsychotherapie bilden die drei von Rogers begründeten und empirisch als wirksam nachgewiesenen Verhaltenseinstellungen der TherapeutInnen gegenüber dem Patienten wie:

  • Akzeptanz / Wertschätzung
  • Empathie / Einfühlendes Verstehen
  • Kongruenz / Echtheit und Vertrauen

Ziel der Gesprächspsychotherapie ist, durch Schaffung einer vertrauensvollen Atmosphäre den Hilfesuchenden in die Lage zu versetzen, angstfreier zu werden, um dann selbst aktiv an der Lösung der eigenen Schwierigkeiten arbeiten zu können. Das Ziel der klientenzentrierten Psychotherapie ist es außerdem, mit sich selbst einverstanden sein zu können und achtsam und wertschätzend mit dem eigenen Erleben umzugehen. Dies schließt eine Verringerung von psychischen Leiden und eine gelungene Problembewältigung mit ein.

Zentrale Annahme

Die zentrale Annahme des klientenzentrierten Ansatzes besagt, daß jeder Mensch in sich selbst Entwicklungsressourcen und Möglichkeiten besitzt, mit sich in Übereinstimmung zu kommen und das eigene Leben und Verhalten konstruktiv zu verändern. Diese Möglichkeiten können in einer bestimmten psychologischen Atmosphäre förderlicher persönlicher Haltungen aktiviert werden. Am ehesten kann dies innerhalb einer intensiven und vertrauensvollen persönlichen Beziehung geschehen. Im Bereich der Psychotherapie gilt zudem als wissenschaftlich nachgewiesen, daß eine von einfühlendem Verstehen ("Empathie"), bedingungsfreier Wertschätzung und persönlicher Authentizität geprägte therapeutische Beziehung für eine derartige persönliche Veränderung ausschlaggebend ist. Die besondere Indikation und nachgewiesene Effektivität von Klientzentrierter Psychotherapie besteht: wenn man mit sich selbst in einem größeren Ausmaß nicht einverstanden sein kann, innerlich zerrissen ist, sich massiv abgelehnt fühlt, das Leben nicht zu bewältigen meint bei der Bewältigung von Beziehungsproblemen oder Trennungen bei massiven Belastungen bei psychischen Leidenszuständen wie vielfältigen Ängsten oder Depressionen, zwanghaft wirkenden Denk- und Erlebensformen, körperlichen Störungen seelischen Ursprungs.

Therapeutisches Verhalten in der klientenzentrierten Therapie

Sie oder er versucht, die Situation und das Erleben der Klientin oder des Klienten möglichst einfühlsam zu verstehen und dies zusammenfassend und vertiefend anzusprechen. Sie oder er fragt nach weitergehenden inneren Zuständen oder Bedürfnissen bzw. macht Vorschläge für deren ausführliche Erkundung. Dazu zählen die Arbeit mit Träumen, mit Imagination, mit nonverbalem Ausdruck, mit körperlichen Impulsen u.v.a.m. Sie oder er konfrontiert wertschätzend mit der eigenen emotionalen Resonanz auf das Erleben und Verhalten der Patienten. Sie oder er verweist direkt auf widersprüchliche oder ungelebte Impulse.

Klientenzentrierte Psychotherapie und andere Formen von Psychotherapie

Die klientzentrierte Therapie zählt zu den sogenannten humanistisch-psychologischen Therapieformen. Bei diesen steht die Arbeit am eigenen inneren Erleben im Mittelpunkt. Im Unterschied dazu zentrieren psychoanalytische Therapieformen auf das Bewußtwerden unbewußter Einflüsse, während Verhaltenstherapien das direkte Lernen veränderten Erlebens und Verhaltens und die sogenannten systemischen Therapieformen die Bearbeitung sozialer und familiärer Bezüge besonders bevorzugen.

Der personzentrierte Ansatz außerhalb der Psychotherapie 

Aus dem personzentrierten Ansatz (der Hintergrundphilosophie der klientenzentrierten Therapie) wurden und werden Konzepte für weitere Bereiche der menschlichen Kommunikation und des Zusammenlebens entwickelt. Dazu zählen personzentrierte Gesprächsführung, Beratung, Supervision und Organisationsentwicklung, familiäre Kommunikation ("Familienkonferenz"), schülerzentrierter Unterricht u.a.m. Viele klientenzentrierte Psychotherapeutinnen und -therapeuten können dazu Kompetenz und Information anbieten.b

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